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Editors

Wer zu spät kommt, den bestraft das OpenAir

Wer zu spät kommt, den bestraft das OpenAir Pünktlich zu "Munich" stehe ich vor der Sternenbühne, um die letzten Songs von den Editors in dieser Samstagnacht zu sehen und zu hören. Von einer Freundin beziehe ich erst mal Prügel, weil ich so spät komme.

Von Florian Weiss / Foto: Stefan Schälle

"Du Idiot, das ist das beste Konzert des ganzen OpenAirs und du kommst zu spät!" So was in der Art werde ich während des ganzen OpenAirs noch ein paar Mal hören müssen. Zwar ist die Anzahl der Leute unter dem neuen Zirkuszelt recht überschaubar, aber die Band hat wirklich einiges zu bieten. Mir fallen als erstes die spastischen Bewegungen von Sänger und Gitarrist Tom Smith auf. Er geht völlig in der Musik, die wirklich sofort mitreisst, auf. Trotzdem komme ich nicht um den Gedanken herum, wo man denn solche Drogen kaufen könnte.

Viel Gerede gibt`s an diesem Konzert nicht. Chris Urbanowicz (Guitar) und Russell Leetch (Bass) bearbeiten fleissig ihre Rickenbacker-Instrumente und zimmern daraus gewaltige Soundwände. Schon kurz nach meinem Eintreffen verabschiedet sich die Band vom Publikum ein erstes Mal mit dem Song "Open Your Arms", und ich fange an, den ausgedehnten Ausflug zum Hives-Konzert zu bereuen. Was hier auf der Bühne geboten wird, reicht locker für die höhere Liga! Zum Glück lassen sich die vier Engländer noch zu zwei weiteren Songs überreden. Die erste Zugabe ist ein brillantes Cover des Talking Heads-Übersongs "Road To Nowhere". Die Interpretation passt perfekt ins Set. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob alle Besucher bemerken, dass sie gerade gut gelaunt bei einem Cover mitsingen.

Und dann ist es auch schon vorbei. Mit den letzten Sprüngen auf seine zerstörte Gitarre entlässt Tom Smith uns in die Nacht. Mich beschleicht ein leicht schizophrenes Gefühl, etwas Grosses gesehen, aber den guten Start verpasst zu haben. Vielleicht sollte man das nächste Mal den Headliner, wenn man The Hives als solche bezeichnen darf, links liegen lassen und von Anfang an Neues entdecken.
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