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<rss version='2.0'><channel><title>redusMag</title>
<link>http://www.redusmag.ch/</link>
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<item><title>Festivalgefühle als Geburtstagsgeschenk</title><link>http://www.redusmag.ch/titelseite-274.html</link><description>Wenn ich mich zurücklehne und die Augen schliesse, spüre ich noch die heissen Sonnenstrahlen auf meiner Haut, die mich manchmal in den Schatten flüchten liessen, und die Wasserdusche, die ich als angenehm empfand, obwohl sich die Plastiksäcke wie ein überraschender Angriff über mir entleerten. Ich erlebe nochmals die intensiven Momente im Sternenzelt, wo mich eine ganze Reihe Musiker während der drei Tage auf ihre Klangreise mitnahmen und mich ganz verzückt wieder entliessen. Ich erinnere mich an Dutzende spontaner Bekanntschaften und Gespräche, an das Lachen und an ausgelassenes Tanzen, an fröhliche Gesichter und an eine wunderbare Stimmung. Festivalgefühle...

Das Geburtstagsgeschenk dieses OpenAir`s war nicht materieller Art, sondern viel wertvoller. Geniales Festivalwetter, interessante musikalische Entdeckungen und ein ausgelassenes Zusammensein der 28 000 Besucher im Sittertobel: Die Jubiläumsausgabe des St. Galler OpenAir`s war ein fantastisches Happening. Danke!</description><guid>http://www.redusmag.ch/titelseite-274.html</guid></item>
<item><title>Impressum</title><link>http://www.redusmag.ch/impressum-276.html</link><description>&lt;b&gt;Trix Müller&lt;/b&gt;
&lt;h3&gt;Reporterin und Mando Diao-Groupie&lt;/h3&gt;
Für mich waren die drei Tage OpenAir wieder eindrücklich: Mit den fantastischen Konzerten auf der Sternenbühne ein Festival im Festival, wo ich intensive Erlebnisse erfahren durfte. Mit dem heissen und sonnigen Sommerwetter im Sittertobel ein Umstand, der gute Laune und entspannte, fröhliche Gesichter ins Festivalpublikum zauberte. Mit Manu Chao als Abschlusskonzert ein Glücksfall, der die Heimreisenden tanzen liess und das Jubiläum zu einem Fest machte. Super... merci!

&lt;b&gt;Stefan Schälle&lt;/b&gt;
&lt;h3&gt;Fotograf und Träumer an der Sternenbühne&lt;/h3&gt;
Es war streng, schweisstreibend, einfach nur herzergreifend. Wunderbar, wie sich immer wieder Künstler auf der Sternenbühne entdecken lassen und zum Träumen einladen. Ich jedenfalls bleibe St. Gallen mindestens 30 weitere Jahre treu.

&lt;b&gt;Florian Weiss&lt;/b&gt;
&lt;h3&gt;St. Galler Orginal, der nie etwas Wichtiges verpasst&lt;/h3&gt;
Drei Tage Sonnenschein, fünfzehn Konzerte, von denen mich keines enttäuschte, der grosse Teil sogar begeisterte, eine friedliche und entspannte Atmosphäre unter den 28 000 Besuchern: Das OpenAir 2006 wird mir in sehr guter Erinnerung bleiben. So soll es auch die nächsten Jahre weitergehen.

&lt;b&gt;Andreas Bättig&lt;/b&gt;
&lt;h3&gt;Luzerner Reporter mit einer Neigung zu roten Bärten&lt;/h3&gt;
Das diesjährige OpenAir hatte wirklich viele kleine Leckerbissen zu bieten. The Kooks waren cool, The Hives einfach Rock`n`Roll in Reinkultur und Manu Chao der Wohlfühl-Garant für den Chill-Faktor. Doch DER Super-Headliner fehlte dieses Jahr. Dies hatte aber keinen Einfluss auf die tolle Stimmung. Und auch 2007 werde ich bestimmt von Luzern ins Sittertobel pilgern.

&lt;b&gt;Sara Burkhard&lt;/b&gt;
&lt;h3&gt;Flippige Rockgöre, die nicht zu halten ist&lt;/h3&gt;
Ich liebe die Hives und sterbe für Sätze von Kettcars Marcus Wiebusch wie &quot;48 Stunden können allen aber nicht uns genügen&quot;, das schönste Liebeslied, das je geschrieben wurde. Wenn der nette Herr von Tomte &quot;ein Kuss auf die Stirn / und danke für die Stunden / man fühlt sich als habe man die Liebe erfunden&quot; singt, rast mein Herz gleich 50 Schläge schneller. Und wenn Nathan von Boysetsfire anfängt mit &quot;How many times have I noticed that our eyes hardly ever meet...&quot; vergess ich zweimal Luft zu holen. So ist das und so soll das sein und so war das dieses Jahr. Nicht hören, sondern fühlen. Nicht mögen, sondern lieben. Danke, OpenAir 2006.



&lt;b&gt;Copyright&lt;/b&gt; Alle Inhalte und Designs sind urheberrechtlich geschützt. Wiedergabe von Texten und Bildern, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der jeweiligen Urheberin / des jeweiligen Urhebers. Alle Rechte vorbehalten.

&lt;b&gt;Haftungsausschluss&lt;/b&gt; Für die Inhalte externer Internetseiten wird - trotz sorgfältiger Prüfung vor der Aufschaltung durch die Redaktion - jede Haftung abgelehnt. Für unverlangte Zusendungen wird jede Haftung abgelehnt.</description><guid>http://www.redusmag.ch/impressum-276.html</guid></item>
<item><title>Vom Ätschberg ins Sittertobel</title><link>http://www.redusmag.ch/der_anfang-278.html</link><description>Die ersten OpenAir-Festivals standen unter keinem guten Stern: Erinnerungen an Stromausfall, Abbrüche wegen Nebels und Regens und regelrechte Schlammschlachten werden wach. 1981 fand das Festival mit der idyllischen Flussschlaufe im Sittertobel der Stadt zu seiner Einzigartigkeit. Und das Ungewöhnliche: Der Zeltplatz mitten im Festivalgelände und der Bühnenbereich lagen direkt nebeneinander, selbst vom Schlafsack aus sah man auf die Bühne. Dieser Besonderheit ist man bis zum diesjährigen Jubiläum treu geblieben. Der Festivalzeltplatz gilt unterdessen als der grösste seiner Art in Europa!

Die Besucherzahlen stiegen mit dem Umzug in die Tiefen des Sittertales über die 10 000er Grenze. Der Wandel vom RockopenAir zu einem Happening mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm vollzog sich langsam. Hiessen die ersten Musiker Toni Vescoli oder Krokus, waren es später Joan Baez und Gianna Nannini oder Namen wie Rory Gallagher, Crosby, Stills &amp; Nash, Joe Cocker, Red Hot Chili Peppers oder die Sex Pistols, welche die Massen mobilisierten. Unterdessen warteten die Veranstalter jedes Jahr mit hochkarätigen nationalen und internationalen Künstlern auf. Trotz den klangvollen LineUps und den bisweilen 30 000 Besuchern pro Tag blieb das familiäre und friedliche Zusammensein, als Grundidee der Pionierzeit, erhalten.

Das OpenAir St. Gallen blickt als eines der ältesten Festivals der Schweiz auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Viele Tiefen und Rückschläge mussten überstanden werden. Demgegenüber stehen all die kleinen und grossen Erfolge – und die vielen Besucher, die seit vielen Jahren ins Sittertobel pilgern, um ihre schönsten drei Tage des Jahres zu erleben.</description><guid>http://www.redusmag.ch/der_anfang-278.html</guid></item>
<item><title>Ein Programm für Gewinner?</title><link>http://www.redusmag.ch/der_geburtstag-279.html</link><description>Ein Programm zum Geburtstag: Da erwarten viele einfach das Beste vom Besten. Grössere und noch bekanntere Bands. Ein Programm, das einfach jeden vom Hocker wirft. Kann man es allen recht machen? Zugegeben, ich war auch geschockt, als ich das Programm das erste Mal gesehen habe. Das soll alles sein?

Hoffung bestand ja noch. Die Surprise Guests und TBA`s (to be announced) waren zu jenem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Und wenn man den wildesten Gerüchten Beachtung schenken wollte, so würden doch noch &quot;echte&quot; Headliner den Weg ins Sittertobel finden. Ruhig wurde es ums LineUp trotzdem nicht, zumal auf einschlägigen Seiten im Internet immer wieder von Bands wie Red Hot Chili Pepers, Guns N`Roses und The Strokes die Rede war. Doch schlussendlich sind sie ausgeblieben – die ganz &quot;Grossen&quot; und &quot;Bekannten&quot;.

Blicken wir einige Jahre zurück, so haben sich auf der Sitterbühne auch in den letzten Festivalausgaben wirklich grosse Künstler infolge finanzieller Hindernisse nicht sehen lassen. Das Ende der Grossen wurde 1999 mit Metallica einberufen, welche als teuerste Band aller Zeiten das OpenAir St. Gallen in eine Krise katapultierte. Die Veranstalter wurden bescheidener und vertrauten den Besuchern, die der Stimmung wegen ins Sittertobel kämen. Was sollen also die Diskussionen?

&quot;Als St. Galler musst du einfach ans OpenAir, in St. Gallen ist die Stimmung am besten&quot;. Das sind doch Argumente, auch ohne Musik ans OpenAir zu gehen. Aus meiner Sicht ist die Musik aber immer noch ein wichtiger Bestandteil eines jeden Festivals, jedoch nicht mit grossen Bands, sondern viel mehr mit kleinen und günstigen Perlen, die es zu entdecken gibt.

Heute weiss ich, dass ich gar nicht so fern mit meiner Theorie lag. Konzerte wie von Xavier Rudd, Wolfmother, Donavon Frankenreiter oder von den Editors zeigten mir, dass es nicht viel braucht, um ein Publikum zu begeistern. Richtig gelesen: Künstler wie etwa The Hives, Massive Attack, Franz Ferdinand und andere vermochten keine richtige Stimmung zu erzeugen. Das Persönliche, das Intime ist bei diesen Konzerten wohl nur in der dicht gedrängten Masse zu finden.

Geburtstag? Eine drei und eine Null, eigentlich nicht mehr. Das Programm im Rückblick gesehen war wirklich eine Aneinanderreihung kleiner Perlen. Oder wer würde sagen, dass das Lachen der BBFrances nicht ein würdiger Ersatz für das ausgebliebene Feuerwerk war? Ein Feuerwerk der Sinne nämlich. Absolut berührend, wenn es einem kalt den Rücken hinunter läuft, kurz vor einem Konzert, und man die Erwartungen und Vorfreuden am eigenen Körper spürt – das ist ein wahres Fest! Da kann der Künstler noch so unbekannt sein.

Im Nachhinein denke ich, dass St. Gallen es verstanden hat, einen Geburtstag ohne grosses Tamtam zu feiern, einen, der tiefer sitzt als man zu wissen glaubt. Bleibt nur noch eins zu sagen: Ersetzen wir die Sitterbühne (Hauptbühne) durch eine zweite Sternenbühne. Dann bleiben uns Ernüchterungen in Zukunft erspart.</description><guid>http://www.redusmag.ch/der_geburtstag-279.html</guid></item>
<item><title>Mann mit Schnauzbart rockt das OpenAir</title><link>http://www.redusmag.ch/eagles_of_death_metal-281.html</link><description>&quot;Hey Ladies, are you ready for fucking Rock`n`Roll?&quot; schnalzt es von der Sitterbühne runter. Die Damen schreien zurück, die Männer antworten mit &quot;Joooosh&quot; rufen. Wie bitte? Josh? Josh Homme? Könnte man zumindest meinen. Denn der Band-Ansager auf der Bühne erwähnte im Vorfeld den Namen. Dies sorgte zuerst für einige Verwirrung. Tatsächlich war der Sänger der legendären Band Queens of the Stoneage bei der Gründung der Eagles of Death Metal mit dabei, doch der Schlagzeuger, der auf der Bühne steht, ist definitiv nicht Homme.

Eine Mischung aus Tuntenhaftigkeit, cooler Sexyness und knallhartem Rock prasselte auf das Publikum nieder. Dies reagiert zuerst verhalten und erstaunt, beginnt aber nach einigen Liedern Sympathie in Form von wildem Gepoge zu zeigen. Jesse und die anderen Jungs nehmen dies gut gelaunt zur Kenntnis und treiben die Massen weiter an. Wer bei einem Konzert der Eagles ruhig stehen kann und nicht zumindest mit dem Kopf mitwippt, dem hilft keine Nachhilfestunde in Sachen Rock`n`Roll mehr. Denn das, was die Typen auf der Bühne leisten, ist der Inbegriff von hartem, brachialem, alles umwälzendem Rock. 

Spätestens bei &quot;Stuck In The Middle Of You&quot; wird klar, dass sich das Ausharren in der Sonne absolut gelohnt hat. Der legendäre Song des Quentin Tarantino Streifens „Reservoir Dogs“ widerspiegelt die bereits erwähnte Coolness. Zwischendurch erkundigt sich Schnauzbart-Jesse immer wieder, wie es den St.Galler Frauen gehe. Sex, Drugs and Rock`n`Roll eben. 

Lieder wie &quot;I Want You So Hard (Boys Bad News)&quot; fesseln die Massen und Sänger Hughes setzt zwischendurch ein diabolisches Grinsen auf, denn er weiss: Er hat das Publikum im Griff. Auch Gitarrist Dave Catching fühlt den Vibe und spielt nicht einfach 0815-Riffs runter, sondern zupft wunderbare Alterna-Riffs auf seinem Instrument. 

Insgesamt haben die Eagels Of Death Metal in St. Gallen einen würdigen Europa-Tour-Abschluss hingelegt und machten schon mal mächtig Appetit auf das bald erscheinende Album. </description><guid>http://www.redusmag.ch/eagles_of_death_metal-281.html</guid></item>
<item><title>Welch ein OpenAir-Auftakt!</title><link>http://www.redusmag.ch/xavier_rudd-283.html</link><description>Freitag, am späteren Nachmittag. Die Zelte sind aufgestellt, der erste Durst gelöscht. Auf der neu gestalteten Sternenbühne steht die Premiere an. Bereits von weitem sichtbar ist das darüber gespannte &quot;Zirkuszelt&quot;, welches nicht weniger als 4500 Besuchern einen Schattenplatz spendet. Und solch kühlere Fleckchen sind begehrt an diesem heissen Eröffnungstag des St. Galler OpenAirs.

Erwartet wird Xavier Rudd, das Ein-Mann-Orchester aus Down Under. Und wer sich noch an letztes Jahr erinnern mag, als der Australier John Butler gleichen Orts das Publikum in masslose Verzückung versetzte, ist umso gespannter auf den Auftritt des, wie es heisst, emotionsgeladenen Multiinstrumentalisten. Die Stimmung im gut gefüllten Zelt ist bereits bei der Ansage auf einem ersten Siedepunkt und schwappt beim Anblick des australischen Sunnyboys völlig über. Seine ersten Töne aus dem Didgeridoo werden frenetisch bejubelt, jeder Instrumentenwechsel, jede Rhythmusänderung wird vom Publikum mit klatschendem Beifall quittiert.

Um ihn herum türmen sich jede Menge Musikgerätschaften, von Gitarren und Banjos über Didgeridoo und Perkussionsinstrumente bis hin zur Mundharmonika. Was der Australier aus diesem Sammelsurium zaubert, ist schlicht genial: ein einzigartiges Klangerlebnis, welches Gefühle und Energie vereint zu verströmen vermag und welches sich über das Publikum mit einer ansteckenden Fröhlichkeit und einer Ausgelassenheit ausbreitet, wie es zu einer Festivalatmosphäre nicht besser passen könnte. Welch ein OpenAir-Auftakt!

Sein Sound erinnert phasenweise an Paul Simon und Neil Young, stellenweise gar an John Butler, seine Songtexte thematisieren das Schicksal der australischen Ureinwohner sowie Fragen der Spiritualität und der Umwelt. Die Zuhörer sind von seinen musikalischen Qualitäten genauso entzückt wie von seiner Ausstrahlung und der Art, wie er sie fesseln kann. In seinem braungebrannten Gesicht sitzt ein spitzbübisches Lächeln und seine Augen strahlen. Xavier Rudd ist sichtlich berührt von der überschwänglichen Begeisterung und dem anhaltenden Jubel für seine Darbietungen.

Nach einer Stunde ist die Fangemeinde kaum mehr zu bremsen. Xavier verabschiedet sich herzlich – vorerst. Eine Ola-Welle nach der anderen wird gestartet, es wird geklatscht und gerufen: Die Zuschauer sind vom Xavier Rudd-Fieber erfasst… Was niemand zu wagen hofft, denn der Zeitplan lässt solche Ausnahmen kaum zu: Der Australier erscheint für einen letzten, von ihm in seiner ureigensten Art zelebrierten Bob Marley-Song. &quot;No Woman No Cry&quot; lässt alle mitsingen – und dahin schmelzen.

Down Under begeisterte ein weiteres Mal im Sittertobel und zieht anscheinend die St. Galler magisch an... Und Xavier Rudd wird mit diesem grossartigen Konzert, mit seiner erfrischenden Musik und seiner sympathischen Art bestimmt in die Festivalgeschichte eingehen!</description><guid>http://www.redusmag.ch/xavier_rudd-283.html</guid></item>
<item><title>Do you want to go to another dimension?</title><link>http://www.redusmag.ch/wolfmother-285.html</link><description>Wolfmother am St. Galler OpenAir: Das ist meiner Meinung nach der grösste Wurf des diesjährigen Programms. Schon allein deswegen, weil die Band erst im Begriff ist, in Europa Fuss zu fassen. Wenn es dann soweit ist, wird sie wahrscheinlich wie die The Strokes einen grossen Bogen um die Schweiz machen.

Nach einem fantastischen Festivalbeginn am Freitagnachmittag, einem gewonnenen Elfmeterschiessen und zwei kühlen Blonden bin ich bereit für die australischen Rocker um Frontmann Andrew Stockdale. Eine kurze Warmlaufphase gönnt sich die Band, aber dann fliegen die Fetzen. Spätestens bei &quot;White Unicorn&quot; kennen die Anwesenden kein Halten mehr. Apropos Halten: Ich mache mir öfters Sorgen, dass Chris Ross jeden Augenblick seine Orgel in die Menge stürzen lässt! Aber wie durch ein Wunder landet das Ding immer wieder auf den Füssen. Was Chris da mit dem Teil veranstaltet, ist mehr, als so manche Gitarre im Laufe der Rockgeschichte aushalten musste. Prädikat: Sehr sehenswert.

Überhaupt gehen die vier Australier richtig zur Sache: In seinem weissen Frack wirbelt Andrew wie ein Irrwisch über die Bühne und kickt immer mal wieder nach bester &quot;Karate Kid&quot;-Manier in der Gegend rum, ohne dabei das Gitarrespielen zu vernachlässigen. Die Drums von Myles Heskett wackeln auch beachtlich. Und immer wieder muss ich Chris zuschauen, der wie ein Wahnsinniger hinter seiner Orgel auf und ab springt, aber nie die Tasten verfehlt beim Landen.

Der erste Gedanke, der mir beim Hören des Albums kam, war, ob das vielleicht die neue Band von Jack White ist. Aber die haben sich ja einen anderen Namen verpasst. Und doch finde ich, dass Wolfmother auch live durchaus mit den Weissen Streifen zu vergleichen sind. Die Besetzung ist zwar nicht unbedingt dieselbe, aber auch auf der Sternenbühne spürt man an diesem Abend pure Energie. Die Vergleiche mit Led Zeppelin oder Deep Purple hinken ein bisschen, finde ich. Da ist zuviel Garage mit im Sound verpackt.

Mit &quot;Vagabond&quot; beweist Andrew, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Fotograf und Gitarrist ist, sondern dazu noch völlig entrückt singen kann. Dieses Raspeln in der Stimme ist mir bei diesem Song auch auf Platte aufgefallen, aber live kommt das noch viel besser rüber. Ich glaube, nach zwei Wochen Tour hätte ich meine Stimmbänder einfach durchgeschmirgelt mit solchen Aktionen.

Mit meinen persönlichen Lieblingssongs – &quot;Colossal&quot; &amp; &quot;Joker And The Thief&quot; – verabschiedet sich die Band von der Sternenbühne. Hier ist nochmals ausgiebig Zeit, um den Zeigefinger in die Luft zu recken und laut mitzugrölen. Mitgrölen ist überhaupt ein gutes Stichwort: Die Texte sind doch eher banal, aber ist das bei AC/DC anders? Und warum soll das jemanden stören, bei DER Show?</description><guid>http://www.redusmag.ch/wolfmother-285.html</guid></item>
<item><title>Wenn der Beat losgeht...</title><link>http://www.redusmag.ch/tomte-289.html</link><description>Seit den Anfangstagen Ende 2002 verfolge ich nun schon die Geschichte des Hamburger Erfolglabels Grand Hotel van Cleef mit Kettcar, Tomte, Olli Schulz und anderen. Mein Hauptaugenmerk lag dabei sicherlich immer bei Kettcar, mit denen mich eine sehr emotionale Geschichte verbindet. Mit der letzten Veröffentlichung von Tomte – &quot;Buchstaben über der Stadt&quot;, 2006 – hat sich das ein bisschen relativiert. Auf der Platte hat es so wunderschöne Sachen drauf, dass ich mich erstmals auch genötigt sah, eine Tomte-Platte anzuschaffen und wer weiss, vielleicht kommen später noch die Alten dazu.

Mit &quot;Was den Himmel erhellt&quot; eröffnet die Band um den charismatischen Frontmann Thees Uhlmann ihr Set. Der Song, der die titelgebende Zeile für das letzte Album lieferte, zeigt gleich zu Beginn, warum es nicht einfach ist Tomte zuzuhören. Bei deutschen Texten will man in der Regel auch etwas verstehen, und so hört man Thees zu, was er auf der Bühne in sein Mikrofon singt, nur kommt man damit nicht weiter. Ich entschuldige mich schon mal für den Vergleich, aber das hat was von Tocotronic. Auch der gute Dirk von Lowtzow schreibt gerne sehr metaphorische Texte. Was jetzt nicht als Wertung verstanden werden sollte. In einem Interview offenbarte Thees mir mal, dass er seine Texte nicht gerne erkläre. Da würde was verloren gehen und so soll sich jeder selber seine Gedanken machen zu den Zeilen, die von der wunderschönen Musik der Band getragen werden.

Bei &quot;Norden der Welt&quot; wird erstmals mitgeklatscht, und der nächste Song &quot;Schreit den Namen meiner Mutter&quot; ist anscheinend bekannter. Dort wird sogar bei der Ansage gejubelt. Thees ist ein bisschen enttäuscht, dass bei Tomte wieder nur &quot;zwei Typen mit nacktem Oberkörper, die vermutlich zusammen acht Promille haben, den schiefen Turm von Pisa bilden“. Reden kann er. Einen Spruch hat er immer parat, und wer sich mal bei der deutschen Musikpresse umschaut, findet alle paar Meter eine Kolumne, ein Review oder einen Konzertbericht mit seinem Namen drunter.

Der grösste Teil der Songs stammt aus dem neuen Album. Ist ja auch klar, da sie das im Moment am Anpreisen sind. Von Wasser und Brot allein lebt es sich bekanntlich nicht so toll. Mir soll es recht sein. Bis auf einige Stücke der alten Platten, kenne ich vor allem die neueren Sachen und kann bei einigen Liedern sogar meine Textsicherheit ausspielen. Besonders ihr &quot;Song für Verliebte&quot; lässt mich innerlich jubeln. &quot;New York&quot; steigert sich auf Platte etwa zweieinhalb Minuten lang zu einem grandiosen Finish mit den schönsten deutschen Textzeilen, die ich kenne:

&lt;i&gt;&quot;ein Kuss auf die Stirn / und danke für die Stunden / man fühlt sich als habe man die Liebe erfunden / ich will dich treffen wo es am schönsten war / ich will dich treffen in zehntausend Jahren&quot;.&lt;/i&gt;

Ich hörte die neue CD zum ersten Mal, und genau diesen Song liess ich einen vollen Abend in Dauerrotation laufen. Wahrscheinlich zeigen sich an jener Stelle bereits Abnutzungserscheinungen.

Und schon haben wir den grössten Teil des Sets hinter uns. Manchmal gibt es Konzerte, bei denen man mal auf die Uhr schaut, obwohl sie vielleicht gar nicht langweilig sind, aber man will wissen, wie lange es noch dauert. Nicht bei Tomte an diesem Samstag in der prallen Sonne. Ich könnte hier noch eine Weile stehen und den stellenweise verträumten Texten zuhören und mir meinen eigenen Reim darauf machen. Schliessen will ich an dieser Stelle mit einer weiteren Textzeile. Diesmal aus dem Song &quot;Wilhelm, das war nichts&quot;, welcher der einzige Song vom 2000er Album &quot;Eine sonnige Nacht&quot; bleiben wird:

&lt;i&gt;&quot;Ich erinnere mich an Konzerte / die schon lange zu Ende sind [...] Halt mich fest, während ich versuche / mich unkenntlich und unsterblich zu lieben / Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen ...&quot;&lt;/i&gt;</description><guid>http://www.redusmag.ch/tomte-289.html</guid></item>
<item><title>Stilikonen zelebrieren die Eitelkeit</title><link>http://www.redusmag.ch/the_hives-290.html</link><description>Na, das ging gerade noch mal gut. &quot;Was labert der Typ da auf der Bühne eigentlich und was soll das ganze Rumgepose?&quot; fragte sich wohl mancher Konzertbesucher. Tja, die Antwort gab Sänger Pelle Almqvist während des Konzerts immer wieder selbst: &quot;We are The Hives. The Hives. The Hives…&quot; The Hives, der Inbegriff des zelebrierten Rock`n`Roll`s. Niemand beherrscht das auf die Stimmungs-Spitze Treiben so gut wie er. Dabei ist jeweils schwer auszumachen, ob er nun Verachtung oder doch Sympathie für das Publikum empfindet. Fakt ist jedoch, dass er mit seinem Auftreten zuerst für Erstaunen, dann für Misstrauen und schliesslich für Begeisterung sorgte.

&quot;Wollen Sie, dass ich deutsche spreche?2 fragte Almqvist das Publikum immer wieder. Die Antwort interessierte ihn nicht, er tat es einfach. Und so strapazierte er die Nerven der Konzertbesucher mit zum Teil doch sehr witzigen Lobhudelei seiner selbst. Das interessante an der ganzen Eitelkeits-Sache ist, dass es einfach zur Show der Band gehört, so wie Pippi Langstrumpf zu Schweden.

Musikalisch jedoch überzeugten die Schweden erneut. Am Anfang waren die Reaktionen auf den harten Rock`n`Roll noch sehr verhalten. Doch &quot;I Hate To Say I Told You So&quot; war wie immer ein powervoller Eisbrecher. Nach ihrer achtmonatigen Tourpause eröffneten die Indie-Rocker letzte Woche am Southside-Festival ihre diesjährige Tour. Der Auftritt am St.Galler OpenAir stand dem in Deutschland in nichts nach. Und so bildeten sich dann auch gegen Schluss die üblichen Pogo-Bereiche vor der Bühne. 

The Hives machten am Samstag mächtig Dampf und übertrumpften den lahmarschigen Auftritt von Franz Ferdinand klar. Nur stellt sich die Frage, ob der Mischer der Schweden einfach nur besoffen war oder warum das Konzert so verdammt leise rüber kam? Auf die Stimmung zumindest hatte dies keinen Einfluss. Die war sehr gut.</description><guid>http://www.redusmag.ch/the_hives-290.html</guid></item>
<item><title>Wer zu spät kommt, den bestraft das OpenAir</title><link>http://www.redusmag.ch/editors-293.html</link><description>&quot;Du Idiot, das ist das beste Konzert des ganzen OpenAirs und du kommst zu spät!&quot; So was in der Art werde ich während des ganzen OpenAirs noch ein paar Mal hören müssen. Zwar ist die Anzahl der Leute unter dem neuen Zirkuszelt recht überschaubar, aber die Band hat wirklich einiges zu bieten. Mir fallen als erstes die spastischen Bewegungen von Sänger und Gitarrist Tom Smith auf. Er geht völlig in der Musik, die wirklich sofort mitreisst, auf. Trotzdem komme ich nicht um den Gedanken herum, wo man denn solche Drogen kaufen könnte.

Viel Gerede gibt`s an diesem Konzert nicht. Chris Urbanowicz (Guitar) und Russell Leetch (Bass) bearbeiten fleissig ihre Rickenbacker-Instrumente und zimmern daraus gewaltige Soundwände. Schon kurz nach meinem Eintreffen verabschiedet sich die Band vom Publikum ein erstes Mal mit dem Song &quot;Open Your Arms&quot;, und ich fange an, den ausgedehnten Ausflug zum Hives-Konzert zu bereuen. Was hier auf der Bühne geboten wird, reicht locker für die höhere Liga! Zum Glück lassen sich die vier Engländer noch zu zwei weiteren Songs überreden. Die erste Zugabe ist ein brillantes Cover des Talking Heads-Übersongs &quot;Road To Nowhere&quot;. Die Interpretation passt perfekt ins Set. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob alle Besucher bemerken, dass sie gerade gut gelaunt bei einem Cover mitsingen.

Und dann ist es auch schon vorbei. Mit den letzten Sprüngen auf seine zerstörte Gitarre entlässt Tom Smith uns in die Nacht. Mich beschleicht ein leicht schizophrenes Gefühl, etwas Grosses gesehen, aber den guten Start verpasst zu haben. Vielleicht sollte man das nächste Mal den Headliner, wenn man The Hives als solche bezeichnen darf, links liegen lassen und von Anfang an Neues entdecken.</description><guid>http://www.redusmag.ch/editors-293.html</guid></item>
<item><title>Me gusta la musica, me gusta das Sittertobel</title><link>http://www.redusmag.ch/manu_chao-295.html</link><description>Wie heisst es doch so schön: &quot;Welcome to Tijuana, Tequila, Sex y Marihuana.&quot; Hm. St. Gallen soll also am Sonntag das Tijuana der Schweiz sein. Nun gut. Eine Tequila-Bar gibt es anscheinend nicht am Festival. Sex hatten hingegen doch wohl einige. Aber ... aber was ist denn mit dem grünen Kraut los? Ja, Herrgott. Wo bleiben die Joints? Zumindest in meinem Umkreis von immerhin geschätzten fünfzig Metern sah ich einen einzigen an diesem Konzert. Nein, hier geht es nicht darum, irgendwelche Klischees zu bedienen. Aber bei Manu Chao gehört das Gras einfach dazu, wie ein Bürli zur Wurst. Und das sag ich als Luzerner, der vor kurzem nicht einmal wusste, was ein Bürli überhaupt ist. 

Trotz des Nichtgebrauchs der THC-haltigen Substanz, ist die Stimmung am Konzert ausgezeichnet. Das hängt bestimmt damit zusammen, dass ein wunderbar gelaunter Manu auf der Bühne steht. Mag seine Band noch so gut sein, derjenige, der die Masse mit seinem Charisma umnietet, ist der braungebrannte Chao. Er hüpft umher, lässt sich feiern und grinst – vergleichbar mit einem  Festivalbesucher, der gerade sein ersehntes, kühles Bier bekommt.

Im Publikum werden Palästina-Flaggen geschwungen und sehr zu meiner Freude hält sogar jemand ein Sub Comandante Marcos-Transparent hoch (Aufstands-Anführer der Zapatisten in Mexico). In seinem zweistündigen Set spielt der Spanier Hits wie &quot;Clandestino&quot;, den &quot;Bongo Bongo&quot;-Song oder auch &quot;Me Gustas Tu&quot;. Das Publikum zeigt sich dabei textsicher und singt kräftig mit.         

Manu Chao und seine Band waren wirklich ein respektabler Abschluss für das St. Galler OpenAir. Und so tanzen alle in den Abend hinein und lassen die Eindrücke noch einmal Revue passieren, bis es im nächsten Jahr wieder heisst: Me gusta la musica, me gusta das Sittertobel.</description><guid>http://www.redusmag.ch/manu_chao-295.html</guid></item>
<item><title>Gib mir einen Strand, Sonne und The Kooks</title><link>http://www.redusmag.ch/the_kooks-296.html</link><description>&quot;Hi, we are The Kiiks!&quot;. Mit diesem Satz macht Sänger Luke Pritchard auf charmante Weise klar, wo die Band ihre Wurzeln hat. Was für ein herrlicher Dialekt! Very British eben. Spätestens seit den &quot;Arctic Monkeys&quot; ist die Aufmerksamkeit auf die Insel des Britpops wieder gross. Doch The Kooks schwimmen nicht einfach mit dem gerade existierenden Indie-Hype mit, sondern kredenzen ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. Das wurde auch am St. Galler Open-Air mit allgemeinem Gutfinden quittiert. 

So versammeln sich natürlich zahlreiche junge Frauen in den vordersten Reihen, um die vier smarten Jungs von der Nähe bestaunen zu können. Doch ganz im Gegensatzl zu den kreischenden Boygroup-Fans, zeigen sich die Damen relaxt, lassen das Schreien bleiben, tanzen mit und schwenken eine England-Fahne. „God save the Indie-Girls“, sag ich da nur. Aber auch die Herren schwingen zu „Oh La“ das Tanzbein. &quot;Uh la, she was such a good girl to me&quot; singt Pritchard und begleitet sich selbst auf einer akustischen Gitarre. Ja, das ist Musik für Festivals, beziehungsweise grundsätzlich für Live-Auftritte! Denn The Kooks haben die Gabe, sowohl auf Platte, als auch live hervorragend zu funktionieren.

Für Gänsehaut sorgt das zu Beginn gespielte &quot;Seaside&quot;. Kann es eine schönere Liebeserklärung geben als mit diesem Lied? &quot;But I`m just trying to love you any kind of way&quot; – wohl kaum. Der Soul-Reggae-Britpop der &quot;Kiiks&quot; ist genau jene Musik, welche die Festival-Stimmung auf den Punkt bringt. 45 Minuten lang zaubern die Jungs eine verdammt gute Laune bei den Zuschauern herbei. Doch zwei Wermutstropfen gibt es zu beklagen. Zum einen die geringe Spieldauer – doch dies ist aufgrund nur eines Album-Releases nicht verwunderlich, denn die Boys haben schlicht kein grösseres Repertoire. Zum anderen hätten die Briten es verdient, die Bretter der grossen Sitterbühne zu betreten. Die Atmosphäre im Sternenzelt war zwar sehr nett, doch ich hätte es den Kooks gegönnt, ihre Musik über das ganze Gelände verbreiten zu können. 

Auch am St. Galler Openair zeigten die Kooks einen soliden Auftritt. Ich hatte das Vergnügen, sie eine Woche zuvor am Southside zu besuchen. Zwei sehr gute Gigs innerhalb einer Woche zeigen die gute Qualität der Band. Und so war mein &quot;Mein Gott, geht an das Kooks-Konzert, das wird ein Highlight des Festivals&quot;-Gehype wohl doch angebracht.  
</description><guid>http://www.redusmag.ch/the_kooks-296.html</guid></item>
<item><title>Von Todfeinden und Klangstrukturen</title><link>http://www.redusmag.ch/boysetsfire-320.html</link><description>Was für den durchschnittlichen OpenAir-Besucher der Montagmorgen, ist für Boysetsfire mittags um zwölf bei Sonnenbestrahlung von 28 Grad ein Auftritt auf der Hauptbühne des OpenAirs St. Gallen, nämlich die natürlichen Todfeinde. &quot;Als mir unser Tourmanager gesagt hat, dass wir schon um 12.15 Uhr spielen werden, dachte ich zuerst, der will mich doch nur ärgern&quot;, meint Bassist Robert Ehrenbrand später. &quot;Ich bin sozusagen direkt aus dem Bett auf die Bühne gestolpert&quot;, gibt er lachend zu. 

Die fünf Jungs aus Newark, Delaware, machten aber alles andere als einen verschlafenen Eindruck. Vom ersten Ton bis zum letzten &quot;Thank you&quot; hat alles gepasst. Eingefleischte Fans hatten im Vorfeld ja befürchtet, dass Boysetsfire passiere, was schon Danko Jones 2004 oder Mando Diao bei ihrem Auftritt 2005 widerfahren ist – dass sie als relativ kleine Klubband, die auf keine grosse Massenfangemeinde zurückgreifen kann, ein Opfer der grossen Bühne werden und hoffnungslos verloren wirken. Aber spätestens als Drummer Matt zum Song &quot;Requiem&quot; vom neuen Album &quot;The Misery Index; Notes From The Plague Years&quot; einzählte, war klar, dass man sich hier um niemanden sorgen musste. 

&quot;Bathory’s sainthood&quot;, &quot;Release the dogs&quot;, &quot;My life in the knife trade&quot; - Boysetsfire hatten alle grossen Songs mit im Gepäck, um ihre Fans glücklich zu machen. Aber nicht nur die Fans waren augenscheinlich glücklich, auch die Band war sehr zufrieden. &quot;We won`t do any 'Do you rock?! Show me your hands!'-shit, we`re just not like that. But we really appreciate that you guys have come out to watch our show&quot;, meinte Sänger Nathan Grey mit dem ehrlichen Brustton der Überzeugung. &quot;Festivals sind ja immer so eine Sache&quot;, gibt Robert zu bedenken, &quot;aber das heute war auch für uns eine wirklich tolle Show&quot;. 

Das fanden die zahlreich vor der Hauptbühne erschienenen Zuhörer allerdings auch. Die gesamte Band und vor allem Nathan spielten ein druckvolles Set, Boxentürme wurden erklettert und eine ausgewogene Mischung aus schönen Songlines und emotionalem Gesang wurde dargeboten, wobei die extrem variationsreiche Stimme von Grey wieder einmal über allem stand. Nichts ist zu schwer – von Geschrei ein gleitender Übergang zu Gesang, kein Problem für Nathan. Ein kleiner Leckerbissen waren natürlich auch die Samples, die Boysetsfire in die Songs einbauten. Und das alles war klangtechnisch absolut überragend vom hauseigenen Boysetsfire-Soundtechniker abgemischt. 

Und so wurde man nach einem langen, eindrücklichen Set, wenn auch ohne Zugabe, so aber voller Höhepunkte zum Merchandise-Stand entlassen, wo man Boysetsfire-Shirts für angenehme 15 Franken bekommen konnte. &quot;Ein wahres Schnäppchen&quot;, meint da nicht nur der Merchandiser, denn daneben hängen Franz Ferdinand und Massive Attack, alle dreimal so teuer. 

Fans und solchen, die vom mittäglichen Auftritt am Sonntag begeistert waren, sei gesagt, dass die fleissigen Jungs von Boysetsfire bereits im Herbst wieder auf Schweizer Bühnen stehen werden. Also immer schön Tourdaten checken!</description><guid>http://www.redusmag.ch/boysetsfire-320.html</guid></item>
<item><title>Die Geschichte beginnt im Morast...</title><link>http://www.redusmag.ch/die_geschichte-325.html</link><description>Die schwarz-weissen Plakate mit dem grossen, stilisierten Baum waren das Markenzeichen. Freunde aus Bern und Basel waren genauso begeistert wie wir von unserem eigenen OpenAir. Vor dreissig Jahren waren wir noch in der Stifti oder knapp ausgelernt, heute haben wir den Zenit im Berufsleben überschritten und die eigenen Kinder sind bereits fllügge – und selbst wieder treue OpenAir-Anhänger: Die Zeit steht nicht still und der eine oder andere der 2048 Besucher des ersten St. Galler (Abtwiler) OpenAirs kann auf einen ähnlichen Lebenslauf zurückblicken.

Wir haben uns in dieser langen Zeit alle verändert. So auch unser Festival. Was jedoch Freddy Gagi Geiger 1977 ins Leben rief, hat heute noch Bestand. Doch die Geschichte beginnt im Morast. Das damals zweitägige Happening mit Musik war idyllisch auf einer Wiese am Waldrand gelegen. Wegen starker Regenfälle drohte die Bühne aber im Schlamm zu versinken, das erste Festival musste am Sonntag abgebrochen werden. Aber bereits zwei Jahre später fanden sich zum dritten OpenAir doppelt so viele Leute in Abtwil ein. Welch ein Erfolg!

Das Zusammenleben, das Diskutieren, das gemeinsame Gefühl der Freiheit in der Natur und das Ausbrechen aus dem Alltag für zwei, drei Tage standen im Vordergrund, dazu natürlich Musik, die gefiel. Woodstock-Feeling... Das OpenAir St. Gallen hat sich in den letzten Jahren als eines der grossen Schweizer OpenAirs behauptet. Dabei ist das reine Woodstock-Feeling immer mehr einem knallharten Business mit einem Millionen-Budget gewichen. Markt- und Verpflegungsstände drängten sich ins Bild. Mit DJs in Partyzelten und chilligen Lounges konnten die Veranstalter auch Nicht-OpenAir-Gänger gewinnen. So trafen in jüngster Zeit gestandene Festivalfans in hohen Schuhen und abgewetzten Jeans des Öfteren auf Boys mit frisch geglätteten Hosen und weissen Turnschuhen und Girls mit gestylten Minijupes und High Heels.

Was blieb, ist die einmalige Lage und die einzigartige Atmosphäre. 1981 zügelte das OpenAir auf Stadtgebiet, 14 000 Besucher waren begeistert! Das Gelände in der Flussschlaufe der Sitter, unterhalb der Stadt, ist genial gelegen. Während dreier Tage erstreckt sich vor der Hauptbühne der grösste Festival-Zeltplatz Europas! Jedes Fleckchen Wiese ist im Sittertobel von einem bunten Tuch bedeckt, sei es auf der Ebene oder an den steilen Hängen. Das Bedürfnis nach Freiheit und dem ungezwungenen Zusammensein ist seit dreissig Jahren ungebrochen.

Seit Anfang an war das Wetter – und vor allem der Schlamm – am St. Galler OpenAir, neben der Musik, immer ein Hauptthema. Bereits bei der ersten Ausgabe versanken Publikum und Bühne im Dreck. Unterdessen sind die Bühnen grösser und standfester geworden, und mit ihnen auch die Zuschauer. Die OpenAir-Schlammschlachten und -Rutschpartien sind mittlerweile legendär und fester Bestandteil eines jeden Festivals im Sittertobel. Sollte der Regen für einmal ausbleiben, werden die Schlammorgien von vielen treuen Anhängern schmerzlich vermisst.

Für die 30. Jubiläumsausgabe wünschen wir uns demnach wieder eine gehörige Portion Schlamm, danach puren Sonnenschein, feucht-fröhliche Partys und friedliche Leute, gute Musik und zusammen mit 30 000 Menschen im Sittertobel wieder die drei schönsten Tage im Jahr zu erleben.</description><guid>http://www.redusmag.ch/die_geschichte-325.html</guid></item>
<item><title>Beste Lage ohne Earlybird</title><link>http://www.redusmag.ch/zelten-327.html</link><description>3000 Earlybirds suchten sich bereits ab sechs Uhr morgens die besten Plätze. Ein Shuttlebus nach dem anderen führte die &quot;Vögel&quot; ins Festivalareal – und wir haben das Nachsehen. Pavillons waren heuer erstmals verboten für Earlybirds. Wenigstens, was das Aufstellen betraf. Das tönte schon mal gut. Beim genaueren Hinsehen jedoch entpuppte sich dieses Verbot als sehr schwammig. Überall lagen sie nämlich bereits bereit zum Aufstellen. Ab Mittag war es erlaubt...

In der Hoffnung, doch noch was Passendes zu finden, stürmen wir beim Öffnen der Tore aufs Gelände, vorbei an den grosszügig besetzten Zeltfeldern. Auch an den Hängen stehen bereits Zelte. Kann das wirklich sein? 30 000 Leute fanden doch letztes Jahr Platz im Sittertobel.

Wenn wir enttäuscht an den besetzten Stellen vorbei ziehen, erblicken wir so manch ungewöhnliche Szene. Blachen werden zusammen geknüpft und beinahe als Burgen befestigt. Gartenzäune werden eingeschlagen und zeigen dem Nachbarn die Grenzen. Und mitten in einem Feld aus Stroh liegt ganz entspannt ein OpenAirler und wartet – ganz alleine. Wohlgemerkt: Sein Feld umfasst mindestens eine Fläche für acht Zelte! Unsere Frage ist sicher berechtigt: Warum erhebt eine Person Anspruch auf soviel Platz? Und das ohne Zelt? Klar, er hat Kollegen und die werden im Laufe des Nachmittags auch eintrudeln. Aber ist das der Sinn des Earlybirds? Sollte dieser Frühpass nicht einfach ein Geschenk für diejenigen sein, die ihn ergattern konnten, um ihr Zelt in aller Ruhe aufzustellen?

Vor uns eine leere Wiese, total eben und ideal zum Campieren. Ups, die Konzertwiese vor der Sitterbühne: Zelten nicht erlaubt! Im Gewühl fragen wir diesen und jenen, ob für wenigstens drei Girls, vielleicht auch fünf, ein Plätzchen frei sei. Gleichberechtigung für Frauen. In diesem Fall sind wir froh, dass unser Charme wirkt. An bester Lage ist ein Boy bereit, seinen Platz zu teilen. Wow. Ok, für ein Bier. Und ehrlich gesagt: Was hätte er mit soviel Platz gemacht?

Total happy über soviel Glück bauen wir unser zu Hause für die nächsten drei Tage und Nächte auf und stellen mit Genugtuung fest: Wir haben es ohne Earlybird geschafft – und das mit Blick auf die Hauptbühne, neben der Sitter, im ebenen Areal. Das OpenAir kann beginnen...</description><guid>http://www.redusmag.ch/zelten-327.html</guid></item>
<item><title>Landungsbrücken raus</title><link>http://www.redusmag.ch/kettcar-347.html</link><description>Gleich zu Beginn hauen sie uns den ersten Song ihres – nicht mehr ganz so – aktuellen 2005er Albums &quot;Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen&quot; um die Ohren. Ich bin immer wieder vom Gitarristen Erik Langer begeistert. Ich weiss nicht warum, aber bei jedem Konzert geht er so richtig ab und steht trotzdem nicht im Vordergrund damit. &quot;Danke, dass ihr hier keine Deutschland-Fahnen schwenkt&quot; ruft Sänger Marcus Wiebusch zum Auftakt von der Bühne. Sogar als bekennender Fussball-Fan muss die momentane Situation in Deutschland nicht einfach zu ertragen sein.

Was man wissen sollte, wenn man ein Kettcar-Konzert besucht, ist schlicht: Sie reden auch mal was. Es soll Leute geben, die bei solchen Gelegenheiten gerne den Satz &quot;Halt die Klappe und spiel Gitarre&quot; intonieren, aber bei den Hamburgern stört mich kein Wort während des ganzen Sets. Im Gegenteil: Es ist manchmal sehr interessant und die Songs beginnen noch mehr zu arbeiten. So geschehen bei &quot;Balkon gegenüber&quot;, &quot;Money left to burn&quot; oder auch &quot;Im Taxi weinen&quot;. Alle diese Songs habe ich anschliessend noch mehr geliebt, habe noch mehr darin gehört. Auch zu &quot;48 Stunden&quot; sagt Marcus noch ein paar Worte. Ich komme nicht darum herum, hier Thees Uhlmann von Tomte zu zitieren: &quot;Ein Song über die Wahrheit und Wahrhaftigkeit der Liebe und den Schmerz des Verlustes wird auf eine so unaufdringliche Art und Weise dargeboten und dadurch so gross, dass er uns fast den Atem nimmt.&quot; Für mich ist es einfach das intensivste Liebeslied der heutigen Musiklandschaft. Danke dafür!

Etwa in der Hälfte des Sets fahren Kettcar endgültig die Landungsbrücken aus und erobern die Festivalbesucher im Flug. Die Band war noch nie eine grosse Partycombo, aber jeder der Anwesenden befindet sich in diesem Moment in seiner eigenen perfekten Welt. Die fünf Hamburger sind vielleicht nicht cool und können es - meiner Meinung nach - auch so bleiben lassen, aber ihre Musik braucht keine aufgesetzte Pose. Die spricht nämlich für sich selber und tut es gewaltig: Manchmal sind es nur kurze Textpassagen, wie &quot;doch auf einmal ist es klar, ich hab sie lang nicht mehr gesehen bei ihm&quot;, bei denen man plötzlich die Welt versteht. Und für genau diese Momente liebe ich die Musik der Band und die Leute, die sie machen.

Sie spielen fast das ganze alte Album &quot;Du und wieviel von deinen Freunden&quot; aus dem Jahre 2002, und es scheint sich zu lohnen. Mir kommt es so vor, als dass mehr Leute die alten Songs mitsingen, als bei den neueren Sachen. Auch der Band macht der Auftritt sichtlich Spass. Der Bassist Reimer Bustorff übermittelt dem OpenAir-Publikum noch einen Gruss von Thees, der am Vortag mit Tomte die Bühne bestiegen hatte. Anscheinend bestanden doch einige Zweifel an der Begeisterungsfähigkeit der OpenAir-Besucher für die Band vom Hamburger Label &quot;Grand Hotel van Cleef&quot;.

Tja, und solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende. Die Textzeile aus &quot;Ich danke der Academy&quot; ist ein sicheres Zeichen für das baldige Ende des Auftritts. Wieder einmal haben Kettcar gezeigt, was sie live alles drauf haben. Die Band hat - anders als in Deutschland - sicher kein Gedränge vor der Bühne verursacht, aber die Zuhörer und Zuschauer gehen mit einem glücklichen Lächeln wieder ihrer Wege. Das ist eigentlich die grösste Leistung einer Band, die ich doch eher in einem Klub sehe, obwohl auch auf einer solchen Bühne noch die Emotionen daherkommen. Mit &quot;Nacht&quot; und der anschliessenden Zugabe &quot;Balu&quot;, die die zwei Wiebusch-Brüder alleine spielen, verabschieden sich Kettcar. Vielleicht im Winter wieder im Abart? Würde mich sehr freuen, die guten Menschen von Hamburg wieder zu sehen. </description><guid>http://www.redusmag.ch/kettcar-347.html</guid></item>
<item><title>Einmal ein VIP sein</title><link>http://www.redusmag.ch/vip-349.html</link><description>Voller Stolz halte ich meinen grünen VIP-Pass in der Hand. Endlich kein Warten am Eingang, ein sauberes WC und eine garantierte Sicht auf die Bühne. Ein kleiner Traum geht in Erfüllung: einmal jemand wichtiger zu sein. Ein kurzer Blick in die VIP-Zone bringt einen ernüchternden Eindruck. Von wilden Gelagen ist bis jetzt noch nicht viel zu sehen: Aussen am Zaun läuft bedeutend mehr, beim Kampf um die begehrten Zeltplätze.

Schnell mein Notebook installiert und ab nach draussen. Lange würde ich es hier hinten nicht aushalten, mindestens in diesem Zustand nicht. Draussen bin ich ein ganz normaler Besucher, abgesehen von meiner Kamera, die doch keine zu unterschätzende Grösse mit entsprechendem Gewicht hat.

Der Tag vergeht wie im Flug. Bilder sammeln sich auf meiner Karte und die Konzerte beginnen langsam aber sicher besser zu werden. Wo soll ich nun das Konzert hören? Als &quot;Normalo&quot; unten im Publikum oder als VIP schräg vor der Bühne? Ich entschliesse mich nach draussen zu gehen, zumal ich hier hinten nur wenige kenne und die Stimmung doch etwas verhaltener ist.

Einen Vorteil hat es aber, als Fotograf am Openair St. Gallen unterwegs zu sein. Ich bin den Stars und Sternchen auf der Bühne für einige Minuten wirklich nah. So nah, wollte ich, sie berühren könnte. Bleibt dazu aber wirklich Zeit? Habe ich nicht Bilder jener zu schiessen, die einen Meter über mir stehen, oder jener Masse, die mir dicht im Nacken sitzt? Es bleibt keine Zeit. Die Bilder müssen in den Kasten. Drei Songs sind sowieso etwas kurz, auch wirklich noch einige spannende Bilder zu knipsen. Das ist purer Stress.

Die etwa zwei auf sechs Meter Boden, welche den Fotografen zur Verfügung stehen, sind hart umkämpft: Objektive werden dem Vorderen auf den Kopf geschlagen, am Gürtel gezogen und extrem gedrängelt. Fast schlimmer als in der vordersten Publikumsreihe. Alles nur, um das EINE Foto zu erhaschen.

Es gibt aber auch noch Fotografen, die das Konzert im Fotograben geniessen – ohne Kamera! Wirklich, zwei junge Berner, die für ein Jugendmagazin berichten, stehen einfach nur strahlend zwischen den Fotografen. Ein erfreulicher Anblick, verbissene „Profifotografen“ gibt es genug.
 
Eigentlich war es in der VIP-Zone wie in den vergangenen Jahren gemässigt ruhig. Schade eigentlich, denn selbst wenn die Massen draussen toben, ist hier hinten meist nur ein kleines Wippen sichtbar. Einzig beim Auftritt von Manu Chao sind zwei auszumachen, die auch in der &quot;sterilen&quot;, von jeglichem Dreck befreiten Zone, losshaken.

Ein Konzert als VIP zu geniessen, dieses Privileg darf man sich sicher nicht entgehen lassen. So etwa eine Kollegin: &quot;Kommst du mal mit an ein Konzert im VIP-Bereich? Ich kenne dort sonst niemanden&quot;. Natürlich machen wir das. Auch wenn wir es nicht lange aushalten, so stier war`s!

VIP ist doch nicht alles! Einiges ist vielleicht einfacher, etwa das mit den sauberen WCs ohne Warteschlangen, doch nicht mehr und auch nicht weniger. VIPs sind doch noch normal geblieben, auch wenn sie dies zeitweise vergessen.</description><guid>http://www.redusmag.ch/vip-349.html</guid></item>
<item><title>Stars und Perlen im Sittertobel</title><link>http://www.redusmag.ch/jubilaeumsprogramm-350.html</link><description>Die Absage von Coheed &amp; Cambria und Korn, später noch das Abspringen des Korn-Ersatzes Guns N`Roses kurz vor Festivalbeginn, löste verschiedenste Reaktionen aus, von Freude bis zu Enttäuschung. Schlussendlich gelang es den Veranstaltern, die Lücken zu füllen und ein spannendes Programm fürs Jubiläum im Sittertobel auf die beiden Bühnen zu bringen.

&lt;b&gt;Das Programm 2006&lt;/b&gt;

Freitag 30. Juni 2006 

&lt;b&gt;Sitterbühne&lt;/b&gt; Redwood (CH), Eagles Of Death Metal (USA), Eels (USA), Massive Attack (UK), Franz Ferdinand (UK)

&lt;b&gt;Sternenbühne&lt;/b&gt; Xavier Rudd (AUS), Oropax (D, Surprise Guest), Wolfmother (AUS), Maxïmo Park (UK), Luut&amp;Tüütli (CH), Che Sudaka (E)

Samstag 1. Juli 2006 

&lt;b&gt;Sitterbühne&lt;/b&gt; Stern (CH), William White (CH), Gogol Bordello (UKR), Tomte (D), Mando Diao (SWE, Surprise Guest), Damian &quot;JR Gong&quot; Marley (JAM), The Hives (SWE), Desorden Publico (VEN)

&lt;b&gt;Sternenbühne&lt;/b&gt; The Delilahs (CH), The Boss Hoss (D), Shabani&amp;The Burnin` Birds (CH), Disco Ensemble (FIN), Clap Your Hands Say Yeah (USA), Lovebugs (CH), Editors (UK), Fettes Brot (D), The Shell (CH)

Sonntag 2. Juli 2006 

&lt;b&gt;Sitterbühne&lt;/b&gt; Sound Emotions Orchestras by Otmarmusik St. Gallen (CH), Coal (CH), Boysetsfire (USA), Kettcar (D), Deftones (USA), Manu Chao Radio Bemba Sound system (E)

&lt;b&gt;Sternenbühne&lt;/b&gt; BBFrances (CH), Tomazobi (CH), The Kooks (UK), Donavon Frankenreiter (USA)</description><guid>http://www.redusmag.ch/jubilaeumsprogramm-350.html</guid></item>
<item><title>Der Vorbote Manu Chao`s</title><link>http://www.redusmag.ch/shabani__the_burninbirds-353.html</link><description>Einfach nur die Welt verändern – Shabani will mit seiner Musik nicht mehr und nicht weniger bewirken. Fragt man ihn danach, so lachen die meisten und denken dabei: Ja, das wollten wir auch einmal, die Welt verändern... Shabani`s Kommentar: &quot;Ich möchte das Bewusstsein der Menschen wieder stärker ins Bewusstsein rufen&quot;.

Einen Tag nach seinem Konzert am Samstag werde ich mir erst recht bewusst, wie ich für ein paar Minuten oder Stunden alles vergessen und mich dem Reggae-Vibe hingeben konnte. Shabani verzauberte mein Bewusstsein mehr denn je. Eigentlich spannend, wie wenig es braucht, um alles zu vergessen, zu geniessen und ein anderer Mensch zu sein – und einer dieser Augenblicke, die niemals enden dürften, in sich aufzusaugen!

Shabani aus Basel ist eigentlich ein ganz normaler Musiker. Sein Aussehen ist zwar typisch Reggae, sein Sound ebenso. Was ihn von anderen Reggae-Musikern aus der ganzen Welt unterscheidet und ihn besonders macht, ist sein breites Schweizerdeutsch.

Die Sprache, das wichtigste Mittel eines Sängers, kann so vertraut oder auch fremd sein. Denkt man an Reggae-Musik, so kommen einem als erstes immer englische Texte den Sinn. Was ist mit der deutschen Sprache? Unpassend, denken die einen. Vielleicht deswegen, weil wir alles verstehen. Hochdeutscher Reggae, unbekannt und doch gleichbedeutend. Dem Publikum und mir gefiel es jedoch ungemein, einem Song über den Beginn des Lebens zu lauschen. &quot;He, he, wofür bin ich geboren, wofür...&quot;.

Das speziellste an seiner Person ist wirklich seine Ausstrahlung. Nur schade, dass Shabani auf der hohen Sternenbühne so weit weg wirkte. Ein solcher Mann gehört näher ans Publikum, man muss ihn noch intensiver spüren!

Etwas in den Knien, im typischen Reggae-Stepp, schwang sich St. Gallen Körper an Körper dem Ende eines wunderbaren Konzertes entgegen, das musikalisch und optisch nichts Besonderes bot. Braucht es auch nicht. Ich meinerseits schliesse sowieso meist die Augen, damit ich die Menschen um mich herum spüre und mich der Musik ganz hingeben kann. 

Bleibt noch zu fragen, ob Reggae vornehmlich für Frauen ist. Mir jedenfalls hat dieser Umstand, einer unter wenigen Männern in einem schier unendlichen Meer von Frauen zu treiben, gut gefallen.

&quot;We live in a world so dirty, pity...&quot;. Die Welt zu verändern kann so schön sein.</description><guid>http://www.redusmag.ch/shabani__the_burninbirds-353.html</guid></item>
<item><title>Ukrainischer Vulkanausbruch</title><link>http://www.redusmag.ch/gogol_bordello-355.html</link><description>Wie ein wilder Haufen führen sie sich auf, bunt in der Kleidung und ungewöhnlich mit ihrer Instrumentierung. Aparte Töne dringen aus den grossen Boxen neben der Sitterbühne und beim näheren Hinsehen entdecke ich im Laufe der Show neben Gitarre und Schlagzeug ein Akkordeon, eine Geige und ein Saxophon. Zigeuner-Punk nennen Gogol Bordello ihren Sound und liegen mit dieser Bezeichnung gar nicht so falsch. Die osteuropäischen Immigranten aus New York spannen einen einzigartigen Bogen zwischen traditioneller Zigeunermusik, Rock`n`Roll und allen anderen rebellischen Musikrichtungen von Flamenco bis hin zum osteuropäischen Perestroika-Punk der 80er Jahre.

Von der ersten Minute an zeigt die achtköpfige Chaotentruppe, was sie will: Spass haben und das Publikum begeistern. Schnell sind die angeschlagenen Rhythmen, wild die Showeinlagen der beiden wirbligen Tänzerinnen und rebellisch das Auftreten des Sängers aus der Ukraine. Schön ist er nicht, aber voller Energie und mit einer enormen Wirkung aufs Publikum. Seine Gespielinnen fordern ihn und sich und rennen über die grosse Sitterbühne in ihren farbigen, eng anliegenden Hosen, als ob sie einen Marathon zu bewältigen hätten. Die mit Silberschmuck besetzten Tücher um die Hüften glitzern in der Sonne und unterstreichen die musikalische Anlehnung an die Folklore. 

Gogol Bordello passt. Passt an diesem strahlend schönen Samstagnachmittag, passt zur vergnügten Stimmung, passt ins lebhafte Sittertobel. Um mich herum tanzen Girls im Bikinioberteil und mit Tüchern um den Kopf geschlungen, Boys mit nacktem Oberkörper und einem Bierbecher in der Hand, und kaum jemand von den unzählig vor der Bühne Erschienen kann sich der Intensität dieser Truppe entziehen.

Auch wenn nicht alle 28 000 Besucher auf dem Festivalgelände etwas von diesem Vulkanausbruch mitbekommen: Gogol Bordello bringt mit seinem Auftritt diesen Touch von Farbigkeit auf die Hauptbühne, der an diesem OpenAir nicht allen Künstlern gelingen sollte.</description><guid>http://www.redusmag.ch/gogol_bordello-355.html</guid></item>
<item><title>Wo sind sie geblieben? Was ist geschehn?</title><link>http://www.redusmag.ch/am_tag_davor-357.html</link><description>Das untrügliche Zeichen, dass am Freitagmorgen das OpenAir 2006 in St. Gallen seine Pforten öffnet, finde ich nur zaghaft. Der Bahnhofsplatz ist nicht wie in den letzten Jahren verstopft mit friedlichen Festivalanhängern, sondern leer gefegt, wie an einem frühen, heiligen Sonntagmorgen.

Ok, nicht ganz. Die Supermärkte werden zwar nicht gestürmt, aber der Abendverkauf gut genutzt für die Beschaffung der Esswaren und des Biervorrates. Zahlreiche &quot;Wägeli&quot; sind im Einsatz für die grossen Transporte, auch ausserhalb des zuständigen Bereiches. Bei der Haupttreppe begegnen mir fröhliche Gesichter. Alle ankommenden OpenAir-BesucherInnen freuen sich auf die nächsten drei unbeschwerten Tage. Was mich allerdings irritiert, ist die Tatsache, dass viele auf direktem Weg vom Zug in den Bus Richtung Festivalgelände steigen. Keine Party also auf dem Bahnhofsplatz...?

Mir kommt spontan das neue Wegweisungsgesetz in den Sinn. Es scheint mir aber, als ob hier ein Kanalisieren der ankommenden Festivalbesucher stattfindet – und zwar zu Gunsten eines sterilen Bahnhofsplatzes und somit zur Wahrung eines einwandfreien Stadtbildes. Denn für viele Stadtbewohner ist auch das hippige OpenAir-Völkchen während der drei Festival-Tagen ein Dorn im Auge. 

Die Veranstalter propagierten ihren Service für die 3000 Earlybirds ohne langes Anstehen und grosses Gedränge. Nach der Premiere 2005 konnten die Inhaber von Earlybird-Tickets dieses Jahr wieder die Abfahrtszeit des Busses bereits bei der Ticketbestellung auswählen. Abfahrtsort, Busnummer und Abfahrtszeit wurden nach der Bestellung schriftlich bestätigt – jeder weiss somit genau, wann er am Bahnhof respektive im Breitfeld eintreffen muss. Somit wird die ganze Angelegenheit gestaffelt und erfolgt nicht mehr konzentriert am Vorabend des OpenAir`s.

Manchen Festivalbesuchern kommt dieses neue System entgegen. St. Gallen verliert jedoch zweifellos einen bunten Abend am Bahnhofsplatz, einen Abend, der jedes Jahr zeigte, dass die Stadt durch junge Leute lebt...

Übrigens fand ich doch noch vereinzelt Schlafsackbenutzer am Bahnhof, die es verstanden, am Donnerstagabend Party zu machen.</description><guid>http://www.redusmag.ch/am_tag_davor-357.html</guid></item>
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