The Kooks
Gib mir einen Strand, Sonne und The Kooks
Von Andreas Bättig / Foto: Stefan Schälle
"Hi, we are The Kiiks!". Mit diesem Satz macht Sänger Luke Pritchard auf charmante Weise klar, wo die Band ihre Wurzeln hat. Was für ein herrlicher Dialekt! Very British eben. Spätestens seit den "Arctic Monkeys" ist die Aufmerksamkeit auf die Insel des Britpops wieder gross. Doch The Kooks schwimmen nicht einfach mit dem gerade existierenden Indie-Hype mit, sondern kredenzen ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. Das wurde auch am St. Galler Open-Air mit allgemeinem Gutfinden quittiert.So versammeln sich natürlich zahlreiche junge Frauen in den vordersten Reihen, um die vier smarten Jungs von der Nähe bestaunen zu können. Doch ganz im Gegensatzl zu den kreischenden Boygroup-Fans, zeigen sich die Damen relaxt, lassen das Schreien bleiben, tanzen mit und schwenken eine England-Fahne. „God save the Indie-Girls“, sag ich da nur. Aber auch die Herren schwingen zu „Oh La“ das Tanzbein. "Uh la, she was such a good girl to me" singt Pritchard und begleitet sich selbst auf einer akustischen Gitarre. Ja, das ist Musik für Festivals, beziehungsweise grundsätzlich für Live-Auftritte! Denn The Kooks haben die Gabe, sowohl auf Platte, als auch live hervorragend zu funktionieren.
Für Gänsehaut sorgt das zu Beginn gespielte "Seaside". Kann es eine schönere Liebeserklärung geben als mit diesem Lied? "But I`m just trying to love you any kind of way" – wohl kaum. Der Soul-Reggae-Britpop der "Kiiks" ist genau jene Musik, welche die Festival-Stimmung auf den Punkt bringt. 45 Minuten lang zaubern die Jungs eine verdammt gute Laune bei den Zuschauern herbei. Doch zwei Wermutstropfen gibt es zu beklagen. Zum einen die geringe Spieldauer – doch dies ist aufgrund nur eines Album-Releases nicht verwunderlich, denn die Boys haben schlicht kein grösseres Repertoire. Zum anderen hätten die Briten es verdient, die Bretter der grossen Sitterbühne zu betreten. Die Atmosphäre im Sternenzelt war zwar sehr nett, doch ich hätte es den Kooks gegönnt, ihre Musik über das ganze Gelände verbreiten zu können.
Auch am St. Galler Openair zeigten die Kooks einen soliden Auftritt. Ich hatte das Vergnügen, sie eine Woche zuvor am Southside zu besuchen. Zwei sehr gute Gigs innerhalb einer Woche zeigen die gute Qualität der Band. Und so war mein "Mein Gott, geht an das Kooks-Konzert, das wird ein Highlight des Festivals"-Gehype wohl doch angebracht.
