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Wolfmother

Do you want to go to another dimension?

Do you want to go to another dimension? Wolfmother sind im Moment dabei, sich selber in eine neue Dimension zu katapultieren. Doppelplatin in Australien für ihr erstes Album "Wolfmother" ist schon mal nicht schlecht. Die erste Europa-Tour führt sie unter anderem nach Dänemark ans Roskilde, Europas wichtigstes Festival. Die Show im Astoria in London ist schon seit Wochen ausverkauft und nun folgt der Abstecher ins Sittertobel.

Von Florian Weiss / Foto: Stefan Schälle

Wolfmother am St. Galler OpenAir: Das ist meiner Meinung nach der grösste Wurf des diesjährigen Programms. Schon allein deswegen, weil die Band erst im Begriff ist, in Europa Fuss zu fassen. Wenn es dann soweit ist, wird sie wahrscheinlich wie die The Strokes einen grossen Bogen um die Schweiz machen.

Nach einem fantastischen Festivalbeginn am Freitagnachmittag, einem gewonnenen Elfmeterschiessen und zwei kühlen Blonden bin ich bereit für die australischen Rocker um Frontmann Andrew Stockdale. Eine kurze Warmlaufphase gönnt sich die Band, aber dann fliegen die Fetzen. Spätestens bei "White Unicorn" kennen die Anwesenden kein Halten mehr. Apropos Halten: Ich mache mir öfters Sorgen, dass Chris Ross jeden Augenblick seine Orgel in die Menge stürzen lässt! Aber wie durch ein Wunder landet das Ding immer wieder auf den Füssen. Was Chris da mit dem Teil veranstaltet, ist mehr, als so manche Gitarre im Laufe der Rockgeschichte aushalten musste. Prädikat: Sehr sehenswert.

Überhaupt gehen die vier Australier richtig zur Sache: In seinem weissen Frack wirbelt Andrew wie ein Irrwisch über die Bühne und kickt immer mal wieder nach bester "Karate Kid"-Manier in der Gegend rum, ohne dabei das Gitarrespielen zu vernachlässigen. Die Drums von Myles Heskett wackeln auch beachtlich. Und immer wieder muss ich Chris zuschauen, der wie ein Wahnsinniger hinter seiner Orgel auf und ab springt, aber nie die Tasten verfehlt beim Landen.

Der erste Gedanke, der mir beim Hören des Albums kam, war, ob das vielleicht die neue Band von Jack White ist. Aber die haben sich ja einen anderen Namen verpasst. Und doch finde ich, dass Wolfmother auch live durchaus mit den Weissen Streifen zu vergleichen sind. Die Besetzung ist zwar nicht unbedingt dieselbe, aber auch auf der Sternenbühne spürt man an diesem Abend pure Energie. Die Vergleiche mit Led Zeppelin oder Deep Purple hinken ein bisschen, finde ich. Da ist zuviel Garage mit im Sound verpackt.

Mit "Vagabond" beweist Andrew, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Fotograf und Gitarrist ist, sondern dazu noch völlig entrückt singen kann. Dieses Raspeln in der Stimme ist mir bei diesem Song auch auf Platte aufgefallen, aber live kommt das noch viel besser rüber. Ich glaube, nach zwei Wochen Tour hätte ich meine Stimmbänder einfach durchgeschmirgelt mit solchen Aktionen.

Mit meinen persönlichen Lieblingssongs – "Colossal" & "Joker And The Thief" – verabschiedet sich die Band von der Sternenbühne. Hier ist nochmals ausgiebig Zeit, um den Zeigefinger in die Luft zu recken und laut mitzugrölen. Mitgrölen ist überhaupt ein gutes Stichwort: Die Texte sind doch eher banal, aber ist das bei AC/DC anders? Und warum soll das jemanden stören, bei DER Show?
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