Zelten am St. Galler OpenAir
Beste Lage ohne Earlybird
Von Trix Müller / Foto: Trix Müller
3000 Earlybirds suchten sich bereits ab sechs Uhr morgens die besten Plätze. Ein Shuttlebus nach dem anderen führte die "Vögel" ins Festivalareal – und wir haben das Nachsehen. Pavillons waren heuer erstmals verboten für Earlybirds. Wenigstens, was das Aufstellen betraf. Das tönte schon mal gut. Beim genaueren Hinsehen jedoch entpuppte sich dieses Verbot als sehr schwammig. Überall lagen sie nämlich bereits bereit zum Aufstellen. Ab Mittag war es erlaubt...In der Hoffnung, doch noch was Passendes zu finden, stürmen wir beim Öffnen der Tore aufs Gelände, vorbei an den grosszügig besetzten Zeltfeldern. Auch an den Hängen stehen bereits Zelte. Kann das wirklich sein? 30 000 Leute fanden doch letztes Jahr Platz im Sittertobel.
Wenn wir enttäuscht an den besetzten Stellen vorbei ziehen, erblicken wir so manch ungewöhnliche Szene. Blachen werden zusammen geknüpft und beinahe als Burgen befestigt. Gartenzäune werden eingeschlagen und zeigen dem Nachbarn die Grenzen. Und mitten in einem Feld aus Stroh liegt ganz entspannt ein OpenAirler und wartet – ganz alleine. Wohlgemerkt: Sein Feld umfasst mindestens eine Fläche für acht Zelte! Unsere Frage ist sicher berechtigt: Warum erhebt eine Person Anspruch auf soviel Platz? Und das ohne Zelt? Klar, er hat Kollegen und die werden im Laufe des Nachmittags auch eintrudeln. Aber ist das der Sinn des Earlybirds? Sollte dieser Frühpass nicht einfach ein Geschenk für diejenigen sein, die ihn ergattern konnten, um ihr Zelt in aller Ruhe aufzustellen?
Vor uns eine leere Wiese, total eben und ideal zum Campieren. Ups, die Konzertwiese vor der Sitterbühne: Zelten nicht erlaubt! Im Gewühl fragen wir diesen und jenen, ob für wenigstens drei Girls, vielleicht auch fünf, ein Plätzchen frei sei. Gleichberechtigung für Frauen. In diesem Fall sind wir froh, dass unser Charme wirkt. An bester Lage ist ein Boy bereit, seinen Platz zu teilen. Wow. Ok, für ein Bier. Und ehrlich gesagt: Was hätte er mit soviel Platz gemacht?
Total happy über soviel Glück bauen wir unser zu Hause für die nächsten drei Tage und Nächte auf und stellen mit Genugtuung fest: Wir haben es ohne Earlybird geschafft – und das mit Blick auf die Hauptbühne, neben der Sitter, im ebenen Areal. Das OpenAir kann beginnen...
